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Venezuela auf einen Blick(top)

Ländername: Bolivarianische Republik Venezuela
Population: 23,543,000 (Juli 2000), 25.0 pro km2
Wachstumsrate: 1.6%
Hauptstadt: Caracas (Pop. 4,608,934)
Lage: Nördlicher Teil von Südamerika, an das karibische Meer und den Nordatlantik angrenzend, zwischen Brasilien im Süden, Kolumbien im Westen und Guyana im Osten gelegen
Grenzlinien: Brasilien 1,700 km, Kolumbien 2,219 km, Guyana 743 km
Küstenlinie: 2,813 km (1,747.917 mi)
Fläche: 916,445 km2
Höchste Erhebung: Pico Bolivar (5007m üNN)
Tiefster Punkt: Karibisches Meer, (0 üNN)
Bevölkerung: 67% Mestizen ("Mischung"), 21% Europäischer Abstammung, 10% Afrikanischer Abstammung, und 2% Ureinwohner. Es gibt ca. 200,000 Amerindianer, abstammend aus halbnomadischen Jägergemeinschaften
Sprache: Fast alle Venezolaner sprechen Spanisch als offizielle Sprache, jedoch verbleiben ca. 25 Stämme, die ihre eigene Sprache beibehalten haben, hauptsächlich zu den Arawak, Cariban und Chibcha gehörend. Englisch wird nur vereinzelt in urbanen Gebieten gesprochen
Religion: 96% Römisch-Katholisch, 2% Protestantisch, 2% Andere
Regierung: Föderale Republik
Staatspräsident: Hugo Rafael Chávez Frías
Währung: Bolívar (Bs.)
BIP: US$ 194.5 Milliarden
BIP per capita US$ 8500
Jährliches Wachstum: -0.9% (1998), -7% (1999), +3% (2000)
Inflationsrate: 25% (1999), 20% (2000),. 13% (2001)
Arbeitslosigkeit: 18% (1999)
Außenverschuldung: $32 Milliarden (1999)
Industrien und Rohstoffe: Petroleum, Gas, Eisenerz, Gold, Bauxit, andere Mineralien, Wasserkraft, Diamanten, Getreide, Früchte, Zucker und Kaffe
Wichtigste Handelspartner (1999): USA (53%), Deutschland, Japan, Kolumbien, Brasilien, Italien, Frankreich und Kanada
Landnutzung: Ackerland: 4%; permanente Ernte: 1%; Weideland: 20%; Wälder: 34%; Sonstig: 41% (1993). Umweltverschmutzung: Kontamination des Valencia-Sees; Öl und urbane Verschmutzung des Maracaibo-Sees; Abholzung; Bodenerosion, urbane und industrielle Verschmutzung, hauptsächlich entlang der karibischen Küste

 

Einleitung(top)
Venezuela liegt zwischen dem 1. und 12. nördlichen Breitengrad und dem 60. und 73. westlichen Längengrad und damit vollständig in den Tropen. Im Nordosten Südamerikas gelegen grenzt es im Süden an Brasilien, im Westen an Kolumbien und im Südosten an Guayana. Die nördliche Grenze wird durch das karibische Meer gebildet, und im Nordosten durch den Atlantik. Venezuela bedeckt eine Fläche von 912.050 km² und hat eine maximale Ausdehnung von 1.290 km in Ost- / Westrichtung und 1.050 km in Nord- / Südrichtung. Venezuelas Höhenlagen reichen von der Meereshöhe, über 2.500 m im Hochland von Guayana bis zum Pico Bolívar in den Anden mit 5.007 m. Venezuela hat eine unglaublich vielseitige Landschaft und ist in 10 verschiedene geographische Regionen unterteilt. Vor der nördlichen Küste liegt eine Kette von karibischen Inseln, von denen die größte die Isla Margarita ist. Die Anden im Westen Venezuelas gehen im Norden in die Küstenkordilleren über, eine Bergkette die sich entlang der ganzen Karibikküste zieht. Im Süden enden die Anden in den Llanos, einer gigantischen Ebene, die sich in östlicher Richtung bis zum Río Caura erstreckt, der durch Venezuelas größtes, zusammenhängendes Waldgebiet nach dem Amazonas fließt, und der erst kürzlich vom Tourismus entdeckt wurde. Südlich der Llanos schließt sich das Amazonasbecken mit dem größten Regenwaldgebiet der Welt an. Östlich des Río Caura beginnt die Gran Sabana (große Ebene), Teil des Hochlands von Guayana, das sich im Norden bis zu den Regenwäldern des Orinoco-Deltas und im Süden bis zur brasilianischen Grenze erstreckt. Venezuelas Hauptstadt Caracas, und der Großteil des erschlossenen Landes liegt in der Zentralregion. Die Hälfte des Landes ist von Gras- und Savannenlandschaften bedeckt, Wälder nehmen etwa ein Fünftel ein. Nur ein kleiner Teil des Landes (weniger als 4 Prozent) wird landwirtschaftlich genutzt.

Venezuela liegt in seiner ganzen Ausdehnung in den Tropen. Die Temperatur unterliegt während des ganzen Jahres nur kleinen Schwankungen und liegt bei einem Jahresdurchschnitt von über 25°C. Venezuelas Hauptstadt Caracas hat ein Jahresmittel von 22°C mit Schwankungen von nur 4°C. Die Temperatur fällt natürlich mit der Höhe und in den Gebirgsregionen der Anden kann es besonders nachts empfindlich kalt werden. In den höheren Andenregionen fällt sogar Schnee. Wie alle tropischen Länder hat Venezuela nur zwei Jahreszeiten, die Trockenzeit (verano) und die Regenzeit (invierno). Sie sind nur durch unterschiedliche Regenraten, nicht aber durch Temperatur- unterschiede gekennzeichnet. Normalerweise dauert die Trockenzeit von Dezember bis April/Mai und die Regenzeit von Mai bis November, es gibt jedoch sehr große regionale Unterschiede. Auch in der Trockenzeit kann es zu heftigen Regenfällen kommen und in der Regenzeit gibt es manchmal Wochen ohne Regen. Regenfälle unterliegen sehr großen regionalen Schwankungen. Während bestimmte Gebiete wie die karibischen Inseln und die Ebenen entlang der Küste mit nur 280 mm Jahresmittel sehr trocken sind, fällt in anderen Regionen wie in den Bergen im Norden Venezuelas bis zu 1500 mm Regen. Das Amazonasgebiet ist das ganze Jahr über feucht und in den Llanos, einer riesigen Ebene im Südwesten Venezuelas, wechseln sich heftige Fluten in der Regenzeit mit extremen Dürren in der Trockenzeit ab.

Venezuelas Bevölkerung ist mit derzeit geschätzten 21 Millionen und einer jährlichen Wachstumsrate von 2,5 % die am schnellsten wachsende in Südamerika. Die Hälfte aller Venezolaner sind unter 18 Jahre alt. Der größte Teil der venezolanischen Bevölkerung lebt in den Städten, alleine in Caracas ungefähr 20 % der Gesamtbevölkerung. Die Bevölkerungsdichte ist je nach Region sehr unterschiedlich. Während die Städte der Zentralregion eine sehr hohe Dichte aufweisen, sind andere Gebiete wie Los Llanos, Amazonas und Guayana sehr dünn besiedelt. Wegen der ständigen Abwanderung vom Land in die Stadt wird das wohl auch weiterhin so bleiben. Etwa 70% der Bevölkerung sind Mischlinge (Mestizen und Mulatten). Außerdem leben in Venezuela 20 % Weiße, 9 % Schwarze und nur etwa 1 % Indianer. Heutzutage leben auch sehr viele Einwanderer aus Kolumbien in Venezuela. Die verbreitetste Religion in Venezuela ist die römisch-katholische, obwohl der Protestantismus an Bedeutung gewinnt. Praktizierende Moslems und Juden sind sehr selten.

Venezuelas Marktwirtschaft wird mehr als alles andere von seinem größten natürlichen Vorkommen, dem Erdöl, bestimmt. Die venezolanischen Ölvorkommen wurden 1914 entdeckt, und machten aus dem armen Land innerhalb kurzer Zeit eines der reichsten Länder Südamerikas. Der größte Aufschwung war in den 70er Jahren, als die von Venezuela mitgegründete OPEC eine 400-prozentige Anhebung der Ölpreise durchsetzte, was das Landeseinkommen vervierfachte. Das Bruttosozialprodukt stieg sehr schnell und ein ständiger Zustrom von Arbeitssuchenden aus den Nachbarländern setzte ein. 1982 erreichte der Profit aus Erdöl seinen Höhepunkt und hatte mit 19,3 Milliarden US$ einen Anteil von 95 Prozent am gesamten venezolanischen Export. Bedingt durch die weltweite wirtschaftliche Rezession kollabierten die Ölpreise in den 80er Jahren. Venezuelas Exporteinkünfte sanken dramatisch und ließen das Land mit einer immensen Schuldenlast dastehen, die aus Krediten von ausländischen Banken zur Finanzierung der Importe in den 70er Jahren stammen. Venezuela ist bis heute nicht in der Lage, diese Schulden zurück zu bezahlen, das Bruttosozialprodukt sinkt und die wirtschaftliche Lage ist schwach und unstabil. Seit 1997 sind allerdings leichte Anzeichen einer Besserung zu erkennen. Durch das Erdöl als produktive und einzige Einnahmequelle wurden andere wirtschaftliche Bereiche sträflich vernachlässigt. Selbst die Fischerei ist, trotzt riesiger Fischvorkommen, nicht wirklich organisiert. Allerdings wird in letzter Zeit auch in diesem Bereich versucht, durch Einführung neuer Technologien einen Aufschwung zu erzielen. Sardellen sind die am meisten gefangenen Fische, gefolgt von Thunfisch, Krabben und Sardinen. Landwirtschaft war nie von besonderer Bedeutung. Nur etwa 4 Prozent des Landes wurden für die Landwirtschaft nutzbar gemacht, wovon heute allerdings fast ein Drittel brachliegt. Obwohl fast 12 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten, ist die Produktion nicht annähernd ausreichend für das Land, und Venezuela muß einen Großteil seiner Lebensmittel importieren. Die wichtigsten einheimischen landwirtschaftlichen Produkte sind Bananen, Mais, Zuckerrohr, Kaffee, Kakao und Tabak. Außer Öl gibt es noch andere natürliche Ressourcen im Überfluß in Venezuela, allerdings wird dem Abbau von Eisen, Diamanten, Kohle, Bauxit und Gold erst in den letzten 20 Jahren wirtschaftliche Bedeutung beigemessen. Dank der Verfügbarkeit von einheimischen Vorkommen und billiger Energie hat die Schwerindustrie in den letzten Jahren einen leichten Aufschwung erfahren. Zweifellos ist der Tourismus nach dem Erdöl die zweitgrößte Einnahmequelle Venezuelas. Mit seinem tropischen Klima und der landschaftlichen Vielfalt wurde Venezuela zu einem sehr beliebten Reiseziel ausländischer Touristen, und die Zahl der Reiseveranstalter und Reisbüros im Land steigt ständig. Der Großteil der ausländischen Besucher kommt aus Deutschland, Holland, England, Belgien und Kanada. Jahrzehntelang konnte Venezuela eine positive Handelbilanz bei- behalten. Exportiert wird hauptsächlich in die USA, Puerto Rico, die Niederlande und Deutschland, während der Großteil der Importe, bestehend aus Maschinen, Transportmitteln und Chemikalien aus den USA kommt.


Geschichte (top)
Die präkolumbischen Kulturen auf venezolanischem Boden lassen sich nach Ausgrabungen etwa auf die Zeit 14.000 v.Ch. zurück- verfolgen. Sie waren allerdings deutlich primitiver als die wesentlich besser bekannten Hochkulturen der Anden und Mittelamerikas. Ab etwa 2000 v.Ch. siedelten sich nomadisierende Stämme an den Küsten und in den Llanos an und entwickelten sich zu kulturell eigenständigen Gruppen mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund. Der nun durch die Ansiedlungen geänderte Lebensstil führte zu einem raschen Anstieg der Bevölkerungszahlen, und es wird geschätzt, daß zur Zeit der spanischen Eroberung etwa eine halbe Million Indianer auf dem Gebiet des heutigen Venezuela lebten. Es war auf seiner dritten Reise, als Columbus im Jahre 1498 auf das Mündungsgebiet des Orinoco stieß und erkannte, daß es sich hier um etwas deutlich größeres als nur eine weitere Insel handeln mußte. Im darauffolgenden Jahr segelten die spanischen Eroberer über die westliche Spitze des Landes bis in den Maracaibo - See. Als sie die dortigen Indianer in ihren Pfahlbauten sahen, was sie wohl an Venedig erinnert hat, gaben sie dem Land seinen Namen "Venezuela", was soviel wie "kleines Venedig" bedeutet. Nach seiner Entdeckung wurde Venezuela eine Kolonie, regiert von spanischen Bürokraten und Klerikern.

Die ersten Kolonialisten suchten ursprünglich nach Gold, wandten sich dann aber bald der Landwirtschaft zu und verwendeten indianische Arbeitskräfte und schwarze Sklaven. Rebellionen gegen die Kolonialherrschaft gab es nur sehr wenige, und Venezuelas Geschichte blieb während der nächsten 300 Jahre ziemlich ereignislos. Zwischen 1820 und 1825 führten Simón Bolívar und Francisco de Miranda die südamerikanische Befreiungsbewegung, die in der Niederschlagung der Spanier und der Befreiung Venezuelas im Jahre 1821 endete. Venezuela, Kolumbien und Ecuador waren in einem Staat "Gran Colombia" vereinigt. Seine Führer waren allerdings nicht in der Lage dieses riesige Gebiet zu beherrschen, und so zerfiel Groß-Kolumbien 1830 in drei unabhängige Republiken. In der Zeit von 1830 bis 1858 wurde Venezuela von verschiedenen Militärdiktaturen regiert, und erlitt eine Zeit politischer Unsicherheit und Bürgerkriege. Im Jahr 1840 meldete Venezuela Ansprüche auf zwei Drittel des Territoriums von Britisch Guayana an, was zu einem bis heute andauernden Grenzkonflikt zwischen beiden Ländern führte. Noch heute findet man dieses Gebiet in venezolanischen Landkarten als 'zona en reclamación' (beanspruchtes Gebiet) gekennzeichnet. Das Militär regierte in Venezuela auch in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts und unter der Herrschaft von General Juan Vicente Gómez wurde das Land stabilisiert, was hauptsächlich der Entdeckung von Erdöl im Maracaibo - See zu verdanken ist. Venezuela wurde sehr bald zum weltweit führenden Erdölexporteur und brachte es damit zum Wohlstand. Trotzdem erreichte nur sehr wenig des Ölgeldes tatsächlich die Bevölkerung, und ein großer Teil der Venezolaner konnte an dem neuen Wohlstand nicht teilhaben. Die Erdölproduktion hatte ihren Höhepunkt in den 40er und 50er Jahren und ermöglichten es dem Präsidenten Marcos Pérez Jiménez die Taschen der Mitglieder seiner Regierung zu füllen, aber auch das Land zu modernisieren. Trotzdem begann die Opposition gegen Jiménez zu wachsen, und nach seiner Absetzung im Jahre 1958 fand Venezuela seinen Weg in die Demokratie mit Rómulo Betancourt als gewähltem Präsidenten. Als erster frei gewählter Präsident, genoß er großes Ansehen in der Bevölkerung und setzte den Auftakt zu einer bis heute andauernden politischen Stabilität im Land. In den darauffolgenden 25 Jahren übernahmen 5 Präsidenten das Amt, alle verfassungsmäßig gewählt. Heute ist Venezuela unter der Präsidentschaft von Hugo Chávez Frías, der die Wahlen im Dezember 1998 mit großer Mehrheit gewonnen hat.


Kultur(top)
In den Jahren, die der Eroberung folgten, wurde die venezolanische Kultur vollständig von den spanischen Siedlern geprägt. Der Einfluss von eingeboren präkolumbianischen Kulturen blieb äußerst gering, da diese bei Kontakt mit den Spaniern sofort assimiliert wurden.

Musik: Nach der spanischen Eroberung entwickelte sich die venezolanische Musik zu einer Mischung aus spanischen, schwarzen und indianischen Rhythmen. Der venezolanische Nationaltanz ist der Joropo, der ursprünglich aus den Llanos, von den Llaneros, den venezolanischen Cowboys, stammt. Zu einer Melodie, gespielt mit Maracas (Kürbisrasseln) und der Quatro (eine kleine, 4-saitige Gitarre) wird ein improvisierter Text gesungen, der meistens Geschichten aus alten Tagen, von vergangenen Liebschaften und auch politischen Ereignissen erzählen. Die beliebtesten Tänze sind allerdings die Merengue aus Santo Domingo und der puertoricanische Salsa.

Literatur: Venezolanische Literatur hat sich auch erst während der Kolonialzeit entwickelt, und die Werke dieser Zeit sind geprägt von spanischer Kultur und Gedankengut. Chroniken und Gedichte aus verschiedenen Stilrichtungen waren die vorherrschende Literaturform im 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert und mit der Unabhängigkeit taucht immer mehr politiche Literatur auf. Besonders interessant ist die Autobiographie von Francisco de Miranda. Romantische Literatur, die erste eigene venezolanische Literaturform, erscheint zum ersten Mal in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein schönes Beispiel ist Peonia von Manuel Romero García.

Architektur: Die koloniale Architektur in Venezuela ist nicht zu vergleichen, etwa mit den großen Bauten in Kolumbien, Peru und Ecuador. Kirchen und Häuser wurden einfach, im spanischen Stil gebaut. Venezuela ist eher bekannt für seine modernen Bauten. Die moderne Architektur kam in zwei Phasen, zum ersten Mal während Guzmán Blancos Regierungszeit um 1870 und dann, intensiver in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als der Reichtum des neu gefundenen Erdöls dazu verwendet wurde, ganz Caracas zu renovieren. Heute ist Caracas eine der modernsten Städte der Welt.

Kunst: Präkolumbianische Kunst in Venezuela ist hauptsächlich in Felsmalereien und Höhlenzeichnungen in Form von Petroglyphen zu finden. Die Kolonialzeit war durch religiöse Gemälde und Skulpturen im spanischen Stil gekennzeichnet. Die beeindruckendsten Werke dieser Zeit sind die Skulptur des Hl. Petrus von Enrique Antonio Hernández Prieto und Antonio José Landaetas Gemälde (Die unbefleckte Empfängnis). In der darauffolgenden Zeit der Unabhängigkeit lösten geschichtliche Themen religiöse Themen ab. Die Werke des Martín Tovar y Tovar sind ein gutes Beispiel für diese Epoche. Die Kunst des 20. Jahrhunderts ist geprägt vom Modernismus und in den 30er und 40er Jahren dieses Jahrhunderts wurde mit sehr vielen Stilarten experimentiert. Kinetische Kunst ist in den letzten Jahrzehnten vermehrt aufgekommen, und wird unter anderem von den Künstlern Carlos Cruz Díez und Jesús Soto repräsentiert.

Museen: In Caracas gibt es sehr viele Museen, unter anderem das Museum der schönen Künste, das Kolonialmuseum, das Museum der Naturwissenschaften und das Símon Bolívar Museum.

Theater: Die Tradition des venezolanischen Theaters begann Ende des 18. Jahrhunderts und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Das Nationaltheater wurde vor etwa 30 Jahren gegründet und befindet sich in Caracas. Die Venezolanische Filmindustrie ist nicht von Bedeutung. Es gibt nur wenige venezolanische Eigenproduktionen und das venezolanische Publikum bevorzugt ausländische, vor allem nordamerikanische Filme, die in den Kinos im Originalton, mit spanischen Untertiteln gezeigt werden.

Traditionelle Kultur: Venezuela hat eine sehr ausgeprägte Volkskunst. Viele Regionen haben ihre typischen Handarbeiten, die eine Identifikation mit ihren kulturellen Wurzeln darstellen.

Trinken: Frische Fruchtsäfte sind in Venezuela überall zu haben. Es gibt sie als batidos (Fruchtstücke mit Wasser und Eis im Mixer zerkleinert), oder als Milchshakes (merengada). Zuckerrohrsaft mit Limone (papelón con limón) und frische Kokosmilch werden auch an Straßenständen angeboten. Bier ist allgegenwärtig und die beliebteste Marke ist Polar. Die beliebteste Spirituose ist Rum, der mit Cola vermischt als Cuba libre eines der Lieblingsgetränke der Venezolaner ist. Kaffee wird in Venezuela angebaut, und ist das am weitesten verbreitete Heißgetränk. Er wird bei Besuchen in kleinen Tassen als Willkommensgetränk.

Essen: Huhn und Rind sind die beliebtesten Fleischsorten in Venezuela. Allerdings gibt es auch regionale Spezialitäten. In der Gegend um Barquisimeto z.B. ist Ziegenfleisch sehr beliebt. Schweinefleisch ist eine Delikatesse, die man sich fast nur zu Weihnachten gönnt. Venezuela hat eine große Vielfalt an Fischarten, wie z.B. Forellen, Rotbarsch, Dorado, Papageienfisch, Wels und eine kleine Haiart, den cazon. Austern, Muscheln und andere Meeresfrüchte werden reichlich angeboten. Früchte aller Art sind in Venezuela im Überfluss vorhanden. Mango, Papaya (lechosa), Avocado (aguacate) Orangen (naranja), Bananen (cambur) kokosnüsse (coco), Passionsfrucht (parchita), Honigmelone (melón), Ananas (piña), Guave (guayaba) und Ochsenherzapfel (guanábana) sind nur einige davon. Neben den traditionellen venezolanischen Gerichten bietet Venezuela eine große Vielfalt an internationaler Küche. In Caracas ist alles zu finden, vom italienischen bis zum chinesischen oder japanischen Restaurant. Verschiedene Fastfood Ketten sind sehr verbreitet, und Hamburger und Hotdog Stände sind an fast jeder Straßenecke zu anzutreffen. Einige traditionelle venezolanische Gerichte: Arepa, eine Art gebackene Pfannkuchen aus Maismehl. Sie werden mit fast allem gefüllt. Es gibt sie mit Eiern und Tomaten zum Frühstück, mit Rindfleisch, Hühnchen, Schinken, Käse, Wurst, Krabben und sogar mit einer Paste aus dem Baby-Hai cazon. Empanada, frittierte Teigtaschen aus Maismehl, gefüllt mit Hühnchen, Schinken, Käse, Fleisch oder Fisch. Cachito, heißes Croissant, gefüllt mit geschnittenem Schinken und Käse. Cachapa, dicker, leicht süßlicher Pfannkuchen aus Maismehl, der mit einem Mozzarella - ähnlichen Käse (queso guayanesa) belegt wird. Hallaca, traditionelles Weihnachtsessen, das aus Schweine- und Rinderhackfleisch, Hühnchen, grünem Pfeffer, Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Rosinen, Oliven und verschiedenen Kräutern und Gewürzen hergestellt wird. Die Masse wird mit einem Maisteig umhüllt, in Bananenblätter eingewickelt und dann in Wasser gekocht. Pabellón Criollo ist das venezolanische Nationalgericht. Es besteht aus gezupftem (in Fasern zerlegtem) Rindfleisch, schwarzen Bohnen (caraotas negras), Reis, Käse und gebratenen Kochbananen. Üblicherweise wird in Restaurants ein Servicezuschlag von 10 % erhoben. Trotzdem ist es üblich, noch etwa 5 % Trinkgeld zu geben.


Fakten für Reisende (top)

Zeit: GMT/UTC minus 5 Stunden (minus 6 Stunden im Sommer).
Strom: 110V, 60 Hz.
Gewichte und Masseinheiten: Metrisch.

Post: Ein Brief von Venezuela nach Europa oder in die USA dauert normalerweise 10 bis 14 Tage, aber es gibt sehr viele Ausnahmen. Manche Sendungen dauern 6 Wochen oder länger, wenn sie überhaupt ankommen. Briefkästen sind schwer zu finden, es empfiehlt sich daher Briefe, Postkarten und Päckchen zum Postamt (IPOSTEL) zu bringen. Für wichtige Sendungen ist es empfehlens- wert einen privaten Kurierdienst in Anspruch zu nehmen, oder sie als Einschreiben (certificado) zu schicken.

Telefon: CANTV ist Venezuelas halbstaatliche Telefongesellschaft. Sie hat ein modernes und effizientes Netz. Internationale Anrufe sind kein Problem, aber sehr teuer. Manchmal bieten Reisebüros oder Internetcafes preiswertere internationale Telefongespräche über Callback - Systeme an. Es gibt ausreichend öffentliche Telefonzellen in Venezuela, selbst in abgelegeneren Gegenden sind sie überall zu finden. Sie funktionieren mit Telefonkarten (tarjeta CANTV), die bei CANTV, in Souvenirläden und vielen anderen Läden zum Preis von 2000,- und 5000,- Bs gekauft werden können. Diese Karten reichen für ein Telefongespräch nach Europa von ca. einer bzw. drei Minuten. Außerhalb größerer Orte ist es manchmal schwierig, Telefonkarten zu bekommen. Man sollte daher rechtzeitig daran denken eine zu kaufen, bevor man ins Landesinnere reist. Für mobile Kommunikation gibt es zwei Anbieter, TELCEL and MOVILNET. Die internationale Landesvorwahl für Venezuela ist 58. Für internationale Telefongespräche von Venezuela wählt man 00+Landeskennzahl. CANTV hat einen Auskunftsservice, der unter der Nummer 103 zu erreichen ist. Einige der Operator sprechen auch englisch. Nummern für internationale R-Gespräche nach Deutschland: 800-1-1490

Internet: In manchen größeren Städten gibt es Internetcafés oder Agenturen, die Internetdienste anbieten. Das Internet ist in Venezuela allerdings erst im Anfangsstadium, es ist daher nicht leicht, überall Internet Zugang zu finden. Manche Reisebüros mit Internetanschluss lassen ihre Kunden ihr System benutzen, und auch einige Yachthäfen bieten Internetdienste an.

Feiertage: 01. Januar - Neujahrstag, Montag und Dienstag vor Aschermittwoch- Karneval, Montag, Donnerstag und Karfreitag - Ostern, 19. April - Erklärung der Unabhängigkeit, 01. Mai - Arbeitertag, 24. Juni - Tag der Schlacht von Carabobo, 05. Juli - Unabhängigkeitstag, 24. Juli - Geburtstag des Liberators (Simon Bolivar), 12. Oktober - Entdeckung Amerikas, 25. Dezember - Weihnachten.

Local Events & Festivals: Januar, Paradura del Niño (Mérida, Januar ), Feria Internacional de San Sebastián (San Cristóbal, 07.01 - 30.01), La Divina Pastora (Barquisimeto), Fiesta de la Voz de Oro (Barquisimeto), Santa Inés (Cumana, 22.01.), Februar, Feria del Sol (Mérida), Danceros de la Candelaria (Mérida), Pre-Lenten Carnival (Carúpano),März, San José (Paraguachí, Margarita und Maracay, 16.03. - 26.03.), Fiesta del Joropo (Elorza, Apure State, 19.03.), Mai, Velorio de la Cruz de Mayo (Caracas and Carúpano, 3.05), San Antonio del Táchira (San Antonio del Táchira, 13.05. - 20.05.), San Isidro (Maracaibo and Mérida, 15.05.), Los Diablos Danzantes (San Francisco de Yare), Juni, Fiesta de San Juan (Curiepe, Miranda State, 23.05), Fiestas de La Virgen (La Asunción, Margarita), Juli, Batalla de Matasiete (La Asunción, Margarita, 31.07.), August Fiesta del Orinoco (Cuidad Bolívar), Feria de las Flores (Caripe, 02.07. - 12.07.), Asunción de la Virgen (Carúpano 15.07. und La Asunción, Margarita, 14.07. -15.07.) September, Fiesta de La Virgen de Coromoto (Guanare, 08.09), Fiesta de Nuestra Señora del Valle (Margarita,08.09. -15.09.), Oktober, Virgen del Rosario (Maracaibo, 05.10.), Nuestra Señora del Pilar (Caripe, 10.10. -12.10.), November, Santos y Fideles Difuntos (Cumana, 02.11.) Feria de Valencia (Valencia, 15.11. - 22.11), Feria de la Chinita (Maracaibo, 18.11.), Dezember, Fiesta de la Zaragoza (Barquisimeto, 28.12.)

Sicherheit: Venezuela ist sicherer als viele andere südamerikanische Länder. Trotzdem sind Überfälle keine Seltenheit. In Venezuela gibt es sehr viele Menschen, die unter dem Existenzminimum leben, und auf diese Art versuchen, sich ihren Lebensunterhalt zu sichern. Man sieht in Venezuela auch überall vergitterte Fenster, und Läden und Banken werden von privaten Wachdiensten bewacht. Geld sollte unauffällig aufbewahrt werden. Ein Geldgürtel, unter der Kleidung getragen, ist immer noch die beste Methode, sein Geld, den Pass u.s.w. zu transportieren. Teilen Sie ihr Geld auf. Es ist sinnvoll, immer kleinere Beträge in der Tasche zu haben, um beim Bezahlen nicht das ganze Bündel herausholen zu müssen. Größere Beträge gehören in den Hotelsafe, und nicht unters Kopfkissen. Verwenden Sie Reiseschecks, sie werden bei Verlust ersetzt. Teure Gegenstände wie Kameras u.s.w. sollten unauffällig getragen werden. Lassen Sie Ihr Gepäck niemals unbeaufsichtigt. Lassen Sie nichts im Auto, wenn Sie den Wagen abstellen. Vermeiden Sie, nachts alleine in dunklen Gegenden spazieren zu gehen. Diese Sicherheitstips sind zur Vorbeugung gedacht. Viele Gegenden in Venezuela sind sicher, und die meisten Reisenden haben keine Sicherheitsprobleme. Das Wichtigste ist, immer den gesunden Menschenverstand walten zu lassen


Reisen durchs Land (top)

Fortbewegung in und um Caracas ist kein Problem. Taxis, Busse und por puestos findet man überall. Es gibt auch genügend Mietwagenbüros, vor allem in großen Hotels. Ein ausgedehntes Autobahnnetz durchkreuzt den Talboden und ein modernes, effizientes U-Bahnsystem durchquert das Herz der Stadt. Caracas bietet auch Bus- und Flugverbindungen in fast jeden Winkel des Landes. Der internationale Flughafen, Simon Bolívar, und der nationale Flughafen, Maiquetia, befinden sich beide in der Küstenstadt La Guaira, 28km von der Stadt entfernt. Shuttlebusse verkehren regelmäßig zwischen den Flughäfen und Caracas.


Gesundheit und Medizin (top)

Venezuela hat sowohl öffentliche als auch private Gesundheitsfürsorge. Die öffentlichen Krankenhäuser werden von der Regierung unterhalten, und bieten kostenlose Behandlung an. Medikamente müssen allerdings bezahlt werden. Die Bedingungen in den venezolanischen Krankenhäusern sind allerdings oft nicht so, wie man es von zu Hause gewohnt ist. Private Krankenhäuser bieten deutlich bessere Bedingungen, verlangen aber immer eine Kreditkarte oder hohe Kautionen, um überhaupt mit einer Behandlung zu beginnen. Dies gilt selbst für Notfälle, und ein Aufenthalt in einem privaten Krankenhaus kann oft sehr teuer werden. Selbst mit einer Auslandskrankenversicherung muss die Behandlung zunächst bezahlt werden, wir aber in der Regel von der Krankenkasse erstattet.
Krankenwägen werden in Venezuela von den privaten Hospitälern unterhalten, und sind relativ teuer. Sie sind nicht nur in Krankenhäusern in Bereitschaft, sondern auch an den Kontrollstellen der Polizei und Nationalgarde (Alcabala) die auf allen Landstrassen und Autobahnen zu finden sind. Für kleinere Krankheiten kann man sich in den Apotheken kostenlosen Rat holen. Man bekommt dort auch alle Medikamente, die man von zu Hause kennt ohne Verschreibung, meistens sogar deutlich billiger. Für die Einreise nach Venezuela sind keine Impfungen vor- geschrieben. Wenn man allerdings aus Ländern einreist, in denen bestimmte Krankheiten häufig vorkommen, kann eine Impfbescheinigung verlangt werden. Das gilt besonders für einige afrikanische Länder. Viele Krankheiten können leicht vermieden werden, wenn man die ein bisschen Vorsicht walten lässt. Man sollte kein Leitungswasser, sondern nur Mineralwasser aus Flaschen trinken. Eiswürfel in Restaurants werden normalerweise aus Mineralwasser hergestellt, aber es schadet nichts, noch mal nachzufragen. Normalerweise gibt es mit dem Essen in Venezuela keine Probleme, selbst Hotdogs und Hamburger von Straßenverkäufern können bedenkenlos gegessen werden, allerdings sollte man seinem Magen, wie überall in tropischen Ländern, eine kleine Eingewöhnungszeit gönnen. Menschen mit empfindlichen Magen sollten mit Eiscremes und Salaten (mit Leitungswasser gewaschen) etwas vorsichtig sein. Mit der Sonne sollte man in Venezuela sehr vorsichtig sein. Sie ist sehr direkt und intensiv, und man kann sich schon nach ein paar Minuten einen heftigen Sonnenbrand zuziehen. Zumindest am Anfang des Urlaubs sollte man daher am Strand einen Hut tragen und Sonnencremes mit hohem Schutzfaktor verwenden.

Cholera: Die Choleraimpfung gibt nur sehr wenig Schutz vor der Krankheit und hält auch nur für etwa sechs Monate. Cholera kommt hauptsächlich vom Genuss von bakterienverseuchtem Wasser und kann daher leicht vermieden werden, wenn man die üblichen Vorsichtsmassnahmen beachtet. Hepatitis 'A': Hepatitis 'A' ist eine unter Reisenden sehr verbreitete Krankheit und kann sehr
ernst werden. Sie wird vor allem durch verseuchtes Essen und Wasser übertragen. Seit einigen Jahren ist der Impfstoff Havrix auf dem Markt, der einen Schutz für 10 Jahre oder mehr bietet. Nach zwei Impfungen im Abstand von einigen Wochen, sollte eine dritte Impfung nach 6 bis 12 Monaten vorgenommen werden, um einen Langzeitschutz zu gewährleisten. Eine andere Form der Vorbeugung ist die Impfung mit Immunglobulin, das aus Blutserum gewonnen wird. Es bietet einen Teilschutz für etwa 6 Monate, der aber lange nicht so zuverlässig wie die Impfung mit Havrix ist. Hepatitis 'B': Hepatitis 'B' ist eine Krankheit, die durch infizierte Körperflüssigkeiten verbreitet wird. Sie kann durch Bluttransfusionen, unsaubere Injektionsnadeln oder Geschlechtsverkehr übertragen werden. Bei Reisen in Länder, in denen diese Krankheit häufig vorkommt, sollte eine Impfung erwogen werden. Die Impfung besteht aus 3 Injektionen mit einem Abstand von mindestens vier Wochen zwischen der ersten und zweiten und fünf Monaten zwischen der zweiten und dritten Injektion. Tetanus & Diphtherie: Tetanus (Wundstarrkrampf) ist eine sehr gefährliche Krankheit, die durch infizierte Wunden verursacht wird. Diphtherie ist eine ebenfalls nicht ungefährliche Halsinfektion. Gegen diese beiden Krankheiten sollte sowieso jeder geimpft sein. In beiden Fällen braucht man nach einer anfänglichen Impfung mit drei Injektionen alle 10 Jahre eine Auffrischung. Gelbfieber: Gelbfieber wird durch einen Virus verursacht, der von Moskitos verbreitet wird. Es kommt in vielen Teilen Südamerikas vor, besonders in Urwaldregionen. In vielen Ländern ist die Gelbfieberimpfung die einzig vorgeschriebene Impfung, besonders wenn man aus Ländern einreist, in denen Gelbfieber vorkommt. Die Gelbfieberimpfung ist sehr wirksam und eine Injektion, die nur von den Gesundheitsämtern vorgenommen werden darf, hält für 10 Jahre. Sie ist für jeden Südamerikareisenden empfehlenswert. Die Impfung kann während der Schwangerschaft Komplikationen verursachen, ist aber für Frauen, die in Gebiete mit hohem Infektionsrisiko reisen wollen, trotzdem empfehlenswert. Personen mit Eiweißallergie sollten dies vor der Impfung ihrem Arzt mitteilen. Malaria: Malaria wird durch eine bestimmte Moskitoart, die Anophelesmücke übertragen. Tabletten zur Malariaprophylaxe verhindern keine Infektion sondern verringern nur das Krankheitsrisiko, in dem sie die Malariaerreger während ihrer Entwicklung abtöten.Bei der Auswahl der Prophylaxe sind viele Faktoren zu beachten. Viele Erreger sind inzwischen resistent gegen Resochin, in Kombination mit Paludrine ist es allerdings immer noch wirksam. Das seit einiger Zeit erhältliche Medikament Lariam mit dem Wirkstoff Mefloquin kommt nur für eine Kurzzeitprophylaxe in Betracht, kann allerdings auch als Therapeutikum verwendet werden. Malaria ist in Venezuela nicht sehr häufig, kommt aber in einigen Dschungelregionen und sogar an der Küste vereinzelt vor. Aktuelle Informationen sind bei den Tropeninstituten erhältlich Die beste Vorbeugung besteht jedoch darin, Moskitostiche möglichst zu vermeiden. Das Risiko einer Erkrankung kann durch Beachtung der folgenden Ratschläge deutlich verringert werden: Tragen sie ab Sonnenuntergang lange Kleidung in unauffälligen Farben. Vermeiden Sie Parfüm und Aftershave Schlafen sie in gut geschützten Räumen und sprühen Sie das Schlafzimmer mit Insektizid aus. Wenn Sie im Freien oder ungeschützten Räumen schlafen, verwenden Sie ein Moskitonetz, das zuvor mit Insektizid behandelt wurde. Verwenden sie ausreichend Mückenmittel mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) an allen ungeschützten Körperstellen. Vitamin B ist eine gute Vorsorge gegen Moskitos.


Einreisebestimmungen (top)

Die Reisebestimmungen ändern sich oft über Nacht, daher sollte man sich kurz vor der Abreise bei einem Reisebüro oder bei der Botschaft von Venezuela informieren. Reisende aus Kanada, den USA und der Europäischen Union brauchen kein Visum, wenn sie nicht länger als 60 Tage im Land bleiben möchten. Für die Einreise mit dem Flugzeug genügt ein gültiger Reisepass. An Bord werden Touristenkarten (Tarjeta de Ingreso) ausgegeben, die ausgefüllt und bei der Ausreise wieder abgegeben werden müssen. Ferner sind ein Rückflugticket und für den Aufenthalt ausreichende Geldmittel nachzuweisen. Ein Aufenthaltsverlängerung ist möglich, liegt aber im Ermessen des Außenministeriums DIEX (Dirreción de Extranjeros), Avenida Baralt in El Silencio, Caracas. Da die Beamten meist nicht sehr kooperativ sind, kann es günstiger sein sich einen Billigflug zu einer Karibikinsel zu leisten, um dann erneut einzureisen.

Visa gelten normalerweise bis zu einem Jahr und müssen bei einem venezolanischen Konsultat außerhalb Venezuelas beantragt werden. Wenn man in Venezuela arbeiten will, selbst für eine kurze Zeit, benötigt man ein Übergansvisum. Sie sind gewöhnlich nur außerhalb des Landes erhältlich. Besucher, die von einem Touristenvisum zu einem Übergangsvisum wechseln wollen, müssen erst in ein anderes Land fahren, um dort die entsprechenden Papiere von einem venezolanischen Konsulat zu erhalten. Es gibt zwei Arten von Übergangsvisa: das Geschäftsvisum (transeúnte de negocios), das kurzzeitige geschäftliche Aufenthalte vorsieht, und das normale Übergangsvisum. Ersteres wird nur bei den venezolanischen Konsulaten ausgestellt, ist je nach Ermessen des unterzeichenden Konsulats für 120 Tage oder ein Jahr gültig und kann in Venezuela nicht erneuert werden. Visa erhalten können Firmen für ein Mitglied der Belegschaft oder eine Person, die ein Kind oder den Ehepartner nach Venezuela bringen will. Reisepass und die Einreiskarte muss man immer bei sich tragen. An allen Überlandstrassen befinden sich Polzeitkontrollen (alcabalas), wo man nach seinen Dokumenten gefragt wird. Kontrolliert wir auch in den Städten, wobei Busse und Fußgänger angehalten werden. Die Kontrollen dienen dazu, Ausländer zu finden, die sich illegal im Land aufhalten. Wenn man seine Dokumente nicht vorweist, kann man ins Gefängnis kommen oder man wird von den Behörden so lange festegehaltne, bis man seinen legalen Status beweisen kann. Es kann sich als äußert nützlich erweisen, Fotokopien von Ausweisen und wichtige Dokumente (z.B. Flugticket und Fuhreschein) anzufertigen und dies im Safe des Hotels oder in der Privatunterkunft zu deponieren des Herkunftslandes, sowie das Rückflugticket erforderlich. Impfungen sind keine vorgeschrieben. Wenn man allerdings aus Ländern einreist, in denen bestimmte Krankheiten häufig vorkommen, kann eine Impfbescheinigung verlangt werden. Das gilt besonders für einige afrikanische Länder.

 

Relative Kosten (top)

Billighotel:
US$10-25
Mittelklassehotel:
US$25-50
High-end Hotel:
US$50+
Günstige Essen:
ca. $US3-7
Mittelteures Essen:
US$7-15
High-end Essen:
US$15+

 

Die venezolanische Währung ist der Bolívar (Bs). Die Einheimischen nennen ihn auch 'Bolo'. Er kann in unbegrenzter Menge ein- und ausgeführt werden. Es ist möglich, Bolívares zu Hause mit Vorbestellung zu kaufen, in Venezuela gibt es jedoch normalerweise einen besseren Wechselkurs. Der US$ ist die am meisten akzeptierte Fremdwährung in Venezuela. Es empfiehlt sich daher, eine ausreichende Menge Bargeld und Reiseschecks in US$ mitzunehmen. Zur Zeit wechseln die venezolanischen Banken keine Reisechecks oder Fremdwährungen, wenn man kein Konto bei der entsprechenden Bank besitzt. Geldwechsel ist daher nur in Wechselstuben möglich. Da diese es diese nur in größeren Städten und an Flughäfen gibt ist es empfehlenswert, sich vor Reisen in entlegenere Gegenden mit genügend Bargeld in der Landeswährung einzudecken. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, aber es werden oft Aufpreise von bis zu 10% bei Bezahlung mit Kreditkarte verlangt. Am verbreitetsten sind MasterCard/Eurocard, American Express und Visa. Man kann von den meisten Geldautomaten mit der Kreditkarte Bargeld abheben aber normalerweise maximal 100.000 Bs pro Tag. Wird mehr Geld benötigt kann in den Banken Geld auf die Kreditkarte im Rahmen des persönlichen Limits abgehoben werden. Da die venezolanischen Banken oft sehr voll sind, sollte man dafür aber mindestens ein bis zwei Stunden einplanen. Unterbringung: Die Preise variieren abhängig davon, ob man irgendwo seine Hängematte aufspannen, oder in einem luxuriösen Hotel übernachten will. Ein durchschnittliches Doppelzimmer mit Bad kostet etwa 15 bis 30 US$ pro Nacht. Zimmer mit Klimaanlage sind etwas teurer. Essen: Ein normales Mittag- oder Abendessen kostet zwischen 7 und 20 US$. Drinks: Bier und Erfrischungsgetränke kosten etwa 50 US Cents (pro 222ml Flasche). Spirituosen sind auch sehr preiswert. Eine Flasche Rum kostet etwa 3,50 US$. Nachtclubs: Die Preise in Nachtclubs und Diskotheken sind sehr unterschiedlich. Einige haben freien Eintritt, andere verlangen bis zu 10 US$, wobei aber meistens Getränke in diesem Wert eingeschlossen sind. Kinos: 2 bis 10 US$, abhängig von der Größe und Qualität. Transport: Für Fahrten in Überlandbussen kann man etwa 2 US$ pro Stunde Fahrzeit rechnen. Städtische Busse sind sehr preiswert und Kosten etwa 50 US Cents pro Fahrt. Die oben genannten Preise sind Durchschnittspreise, und können natürlich variieren. Wenn man sich Zeit nimmt und sich gründlich umsieht, kann man auch deutlich weniger ausgeben. Alle Preise werden normalerweise an Weihnachten und zu Ferienzeiten erhöht. Es gibt keine Ermäßigungen für ausländische Studenten und Jugendliche oder Rentner. Die Reisekasse: Ein sparsamer Rucksacktourist kann mit einem täglichen Budget von 18 bis 30 US$ einigermaßen über die Runden kommen. Diese Summe sollte genug für ein einfaches Zimmer, ein oder zwei Mahlzeiten, Getränke und eine Busfahrt sein.

Tourismus: Der Tourismus spielt eine Hauptrolle in der venezolanischen Wirtschaft. Heute besuchen Zehntausende von Touristen aus Europa und Nordamerika das Land und auch die Venezolaner genießen ihre Strände und touristischen Sehenswürdigkeiten. Ein Wachstum im Tourismus ist erst seit relativ kurzer Zeit festzustellen. Während der 60er und 70er Jahre war der Bolivar eine sehr stabile Währung. Daher war es für Venezolaner billiger, im Ausland Ferien zu machen, hauptsächlich in Miami und anderen nordamerikanischen Zielen. Nach dem Fall des Bolivar in den 80er Jahren konnten sich die Venezolaner allerdings keinen Urlaub im Ausland mehr leisten, und verbrachten ihre Ferien stattdessen zu Hause. Einige der beliebtesten Tourismusattraktionen sind der Angel Fall (der höchste Waserfall der Welt), die Isla Margarita, die Karibikinseln, die Llanos, die Gran Sabana, das Orinocodelta, die Anden und der Amazonas-Regenwald. In fast allen Städten kann man immer mehr Reiseveranstalter, Hotels und Pensionen finden. Große Ferienanlagen werden vor allem in Margarita aus dem Boden gestampft und bieten sehr oft All-Inclusive Pakete in Europa und Nordamerika an.