Rund um Mérida


Ob Sie ein Auto mieten oder eine Tour in den "Páramo", zu den Zuckerrohrplantagen oder zu anderen Plantagen machen, Sie können sich nicht verirren. Es gibt nur eine Hauptverbindung, die nach Santo Domingo, zum Pico El Águila oder zu anderen mehr tropischeren kolonialen Städten führt. Sie sollten sich einen ganzen Tag Zeit nehmen, um alle kolonialen Städte zu besichtigen, die nur ca. 20 Minuten auseinanderliegen, da sie ursprünglich Raststätten waren, um die erschöpften Pferde auszutauschen. Nehmen Sie genügend Filme mit und wenn Sie nach Apartaderos oder Pico El Águila angelangen befinden Sie sich schon 2,790 m über Meeresspiegel. Bewegen Sie sich langsam und haben Sie immer einen warmen Pulli oder einen Wetterschutz griffbereit. Innerhalb weniger Kilometer erleben Sie viele verschiedenartige Aussichten und wunderbare reine Natur. Was bevorzugen Sie? Herrliches Klima, frische Luft, Berge, Wasserfälle oder großartige Landschaften? Hier haben Sie alles! Schwierig wird es lediglich sich für etwas zu entscheiden. Nationalparks mit großartiger Flora und Fauna, Regenwälder oder einen Ausflug auf einem Pferd, Wasserfälle mit kristallklarem Wasser, Fische in Gletscherseen, oder vielleicht ein Picknick, Sie sehen die Auswahl fällt nicht leicht.

Wilde Tiere? Was auch immer Sie wollen! Der weltgrößte Vogel, der Andinische Kondor, ist hier beheimatet. Etwas mehr exotisches? Schiessen Sie (mit der Kamera natürlich) ein Bild des "Cock of The Rock", ein leuchtend oranger Vogel mit einem lustigen Gesicht. Noch etwas Anderes?: Parks, Plätze, Thermalquellen, und die längste und höchste Seilbahn der Welt! Kommen Sie nach Mérida und genießen Sie all diese Schönheiten einer ganz anderen Welt.

Mérida bietet Etwas für Jeden!

Sierra de La Culata Nationalpark: Hier finden Sie wunderschöne, wüstenähnliche páramos mit Gletscherseen. Der Park ist die Heimat des Andinischen Kondors, einer der weltgrößten Vogelart. Besuchen Sie auch Mucunturia (Mucu bedeutet "Ort des", und tur "Kondors", in der alten Sprache der Ureinwohner). "Combatiente", der einzige in Gefangenschaft gehaltene Kondor in diesem Gebiet ist hier gehalten, den Sie betrachten können.
Zu den beliebtesten Ausflugszielen der merideños zählt das entzückende Dörfchen Jají, 40km westlich der Landeshauptstadt. Die Strasse windet sich hinauf in die Berge, wird gelegentlich von Bächen und Wasserfällen umspült und bietet fantastische Ausblicke. Wer nicht mit dem Bus fahren will, kann mit einem Taxifahrer in Mérida einen akzeptablen Preis für die Fahrt zu dem fast vollständig restaurierten Schmuckstück kolonialer Architektur aushandeln. Fast alle Gebäude liegen um die großzügige Plaza mit ihrer typischen Kirche, kleinen Geschäften und Essensständen. Alles in Allem ist Jají ein sehr reizvolles Dörfchen, aber dem starken Andrang von Wochenendbesuchern aus Mérida kaum gewachsen, worunter die Atmosphäre etwas leidet.
Abgelegene Dörfer: Südlich von Mérida liegen weitere kleine Dörfer hoch in den Bergen versteckt, Los Pueblos del Sur. Hier scheint die Zeit vor Jahrhunderten stehen geblieben. Die meisten der Dörfer erreicht man nur mit einem geländegängigen Fahrzeug, mit dem Maultier oder zu Fuß. Eine Ausnahme ist Pueblo Nuevo del Sur, das etwa eine Stunde Fahrtzeit von Mérida entfernt ist. Alle Orte bieten auch einfache Unterkünfte. Südlich von Mérida ändert sich die Berglandschaft drastisch. Trocken und mit tief zerklüfteten Einschnitten treten die Berge bis an die Straße heran, die dem Chama-Fluß folgt. Nördlich der Straße erreicht man weitere Dörfer. Lagunilla ist bekannt für seine Lagune de Urao, in der langen vor Ankunft der Kolonisatoren Sodakristalle geerntet wurden. Chiriguará hat ein äußert fotogenes altes Zentrum und am Ortseingang einen Garten mit Pflanzen, deren Blätter Wasser speichern und damit jede Trockenperiode überleben können. Während die Strasse weiter bergab führt, klettern die Temperaturen nach oben. Estanques, inmitten von Bananenstauden, Kaffee- und Zuckerrohrfeldern, markiert den Beginn der tropischen Region im Bundesstaat Mérida. Gleich hinter dem Dorf und dem Kontrollposten La Victoria, liegt die herrliche Hacienda La Victoria, einst Mittelpunkt der Kaffeeplantage, die den nach ihr benannten Kaffee herstellte. Vor einigen Jahren wurde das große Haus mit seinem schönen Patio (in dem früher die Kaffeebohnen getrocknet wurden) restauriert und beherbergt heute das Museo de Café und das Museo de Imigración. Das erste Museum demonstriert Geschichte, Verarbeitung und vieles mehr, was mit dem Kaffeeanbau verbunden ist, das zweite handelt von den Europäern, die in dieser Region die ersten Kaffeeplantagen anlegten.

Hot Springs: Ca. 3 Kilometer östlich von Tabay, geht eine schlecht gepflasterte steile Strasse nach oben, zu den Thermalquellen von Tabay, wo heißes Wasser in angelegten Becken aufgefangen wird und so für Touristen einen angenehmen Spaß bietet. Es gibt auch eine kleine Natursauna, Umkleiden und einen Kiosk. Ab und zu tanzen die Leute auch Salsa im Wasser. Eine etwas mehr abgelegene Möglichkeit thermale Quellen zu genießen sind die Thermalquellen von La Musui. Schwerer erreichbar, da in den Bergen sehr abgelegen kann man hier noch mehr Natur und Einsamkeit vorfinden. In Ejido gibt es auch heiße Quellen, und nur ca. 20km von Mérida entfernt. Außer ein paar Plastikrohre, die in die Berge geführt sind, sind die Quellen ausschließlich für den nichtkommerziellen Zweck bestimmt und Einheimische genießen in aller Ruhe ein Bad und erholen sich. Der Weg zu den Quellen ist ein 5 minütiger Fußmarsch von der Hauptstrasse aus. Fragen Sie die Einheimische, sie werden Ihnen gerne helfen. Weiter heiße Quellen gibt es Chiguará, Jají, und Santa Apolonia, alle samt wunderschöne touristische Orte.

Zum vielbesuchten Bergdorf Los Nevados kommt man am besten, wenn man sich einem Veranstalter anschließt. Mit ihren toyoteros, geländegängigen Pick-ups, stehen sie frühmorgens am parque Las Heroinas bereit. Die abenteuerliche Fahr dauert 4-5 Stunden. Man bleibt über Nacht und kehrt am nächsten Tag zu Fuß oder mit dem Muli zurück zur dritten Seilbahnstation. Zahlreiche weitere Touren in die Berge werden von Veranstaltern in Mérida organisiert.

Hochgebirgslandschaft "Páramo": Die Transandina schlängelt sich durch den páramo nach Apartaderos. Hier zweigt die Strasse nach Barinas ab, von der aus man des legendäre Hotel Los Frailes (die Mönche) erreicht, das wohl reizvollste und beliebteste Ferienziel in Mérida. Es wurde aus einer Klosteranlage aus dem 17. Jahrhundert errichtet. Die Zimmer sind komfortabel und rustikal, einen Brunnen plätschert im kopfsteingepflasterten Hof. Oberhalb der Baumgrenze bei 3500m beginnt die karge, faszinierende Hochgebirgslandschaft "páramo" (Hochmoore), die geprägt ist durch Kälte, Wind und Nässe. Die venezolanische Redewendung "im páramo enden" bedeutet soviel wie "an der Schwelle des Todes stehen". Die Andinischen páramos sind in der Regel nur von einer spärlichen Pflanzendecke überzogen. Von Oktober bis Dezember entfalten die" frailejones" ihre gelbe Blütenpracht. Die Blütenstängel werden bis zu 2m hoch. Ihre flaumig-weichen Blütenblätter werden von den "andinos" auf vielfältige Art und Weise genutzt: als Geschmacksverfeinerung für Butter oder als Matratzenfüllung. Der páramo Méridas ist mit annähernd 600 verschiedenen Vogelarten ein Paradies für (Hobby)-Ornithologen. Angezogen von den Farben und Düften von den blühenden Wildblumen flattern Hunderte Kolibris während der Regenzeit von Mai bis Oktober über die weiten Hochebenen der Anden. Im National Park Sierra Nevada, der sich zwischen Santo Domingo bis ein gutes Stück über die Stadt Mérida hinaus im Süden ausdehnt, werden dei Andenketten von Serranía de Santo Domingo und die Sierra Nevada de Mérida mit ihren Pinienwäldern und páramo-Landschaften geschützt. Von den 170 dunklen Bergseen des Parks ist die Laguna Mucubají die größte. Etwa eine Stunde Fußmarsch vom Parkeingang entfernt liegt die bezaubernde Laguna Negra, die vom Schmelzwasser der Gebirgsbäche des Pico Mucuñuque, des höchsten Berges der Santo Domingo-Kette, gespeist wird. Die Laguna Negra trennt eine 2.4km lange, beschwerliche Trekking-Route von der Laguna Los Patos. Fischen, Campen und Reiten sind in einigen Teilen des Parks erlaubt. Zwischen Apartaderos und dem Pico "El Águila" (Passstrasse auf 4,118 m) liegt die Abzweigung zum Observatorio Nacional de Llano del Hato. Vier gigantische Teleskope blicken vom 3600m hohen Standpunkt in den Himmel (in der Nebensaison nur am Wochenende geöffnet). Apartaderos, an der Kreuzung der Transandina und der Strasse nach Barinas gelegen, ist hauptsächlich für seine geräucherten Würstchen und seinen Schinken bekannt. Die Fleisch- und Wurstwaren hängen von den Dachsparren der chacuterías und erfüllen die Strassen mit einem Duft, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Auch den einheimischen Weißkäse, queso del páramo, den es auch geräuchert als queso ahumado gibt, kann man hier probieren. Er wird vielerorts in Öl gebacken und mit süßem Weißbrot, mantecada, oder arepas aus Weizenmehl als herzhaftes Frühstück verzehrt. Auf die eintönige Hochgebirgslandschaft des páramo folgen in den niedrigen Gefilden gelbe Senffelder und weite, grüne Täler, in den Nelken, Orchideen, Lilien und Dahlien gedeihen. Die Kleinbauern leben vom Gemüse-, Kartoffel-, Zwiebel- und Knoblauchanbau. In manchen Regionen wird auch Kaffee und Zucker angebaut. In den Obstgärten der Täler wachsen Avocados, Mangos und Orangen. Beeren werden sowohl kultiviert, als auch wild gesammelt. Landschaftsprägend sind auch die Steinmauern, die das oft steile Farmland in kleine Parzellen unterteilen. Das Baumaterial für die Umfriedungen lieferten die steinigen Böden selbst. Erst danach konnten sie - mit Ochsenpflügen - beackert werden. Einige Steinmauern bei Apartaderos sollen noch auf die Timoto-Cuica-Indianer zurückgehen. Als die Spanier im 17. Jahrhundert in diese Gegend kamen, fanden sie eine hochentwickelte Landschaft vor. Da die Konquistadoren einen grossteil der eingeborenen Männer umbrachten und die Frauen zur Heirat zwangen, gibt es heute fast nur Mestizen. Dennoch hat sich die indianische Kultur erhalten. Sie finden ihren Ausdruck in der Küche, im Brauchtum und in der Sprache. Weiter entlang der Transandina, bei iSan Rafael de Mucuchíes, der höchstgelegenen Stadt Venezuelas (über 3500m) fällt eine seltsame Kapelle auf, die aus Tausenden von Steinen zusammengesetzt ist. Dieses Werk wurde geschaffen von dem rätselhaften Künstler Juan Félix Sánchez, der von den Einheimischen auch als Mystiker verehrt wird. Die Kapelle ist nur eine kleine Replik derjenigen, die Sanchez auf seinem einsamen Gehöft hoch in den Bergen gebaut hat. Dicht an der Hauptstrasse zwischen Mucuchíes und Tabay wurde mit Los Aleros ein typisches Andendorf rekonstruiert. Alte Busse bringen die Besucher (20 Minuten von Mérida) hinauf in die Siedlung, die auf traditionelle Weise aus Lehm gebaut wurde. Menschen in historischer Kleidung vergangener Zeiten demonstrieren alte Handwerkskünste. Täglich findet eine Hochzeit zur Unterhaltung statt und überall erklingt Live-Musik. Das Privatunternehmen von Alexi Montiel hatte einen derartigen Erfolg, dass nahe Jají ein weiteres "Dorf von gestern", Venezuela de Antier, eröffnet wurde. Interessant ist eine solche Zeitreise allemal, doch werden hohe Eintrittspreise verlangt.

Outdoor-Aktivitäten

Mountain-Bike

Je nach Anspruch gibt es verschiedene Pfade. 20 bis 30 Km jeden Tag (70% Strasse) und verschiedene Steigungen, je nach gewählter Strecke. Doch überall kann man die herrliche Andenlandschaft genießen. Sie können tropische Dörfer erreichen, wo man meinen könnte, dass die Zeit stillsteht.

Trekking
Der größte Teil Venezuelas ist nach wie nicht wenig kontaminiert. Die vorgeschlagenen Tracks werden zu Mondlandschaften, zu heißen Quellen in steilen Tälern oder zu den Andinischen Wäldern führen. Venezuela, das Land der Vielfältigkeiten bietet Natur- und Pferdeliebhabern unwahrscheinliche Eindrücke. Heiße Quellen auf einer Höhe zwischen 3000 und 3700m, Lagunen mit kristallklarem Wasser, wo Sie fischen können, etc.

Klettern: Möchten Sie eine größere Herausforderung, vielleicht ein Abenteuer über 4,5 oder 6 Tage speziell für Hochalpinisten unter härtesten Bedingungen; kein Problem, sehr gut ausgebildete Guides mit sehr guter Bergausrüstung bringen Sie sicher wieder zurück. Sehr beliebt sind Touren in die Gletscher, auf den Pico Bolívar (5,007m) oder auf den Pico Humboldt (4,942 m). Eine Mischung aus Eisklettern und Bergsteigen, sowie Bergwandern wird Sie faszinieren. Nur für Profis!

Paragliding: Möchten Sie das Gefühl kennen lernen durch den tropischen Himmel zu fliegen? Die Flugbedingungen sind sehr speziell, bedingt durch die klimatischen Verhältnisse. Gestartet wird aus 3,600m Höhe. Schwierigkeitsgrade werden vor Ort mit den professionellen Anbietern abgesprochen.

Rafting: Teamsport auf dem Wasser, eng verbunden mit der Natur, ihr völlig ausgeliefert zu sein. Ein unvergessliches Erlebnis. Am Anfang die Schnellen, die das Äußerte von der Besatzung verlangen, bis hinunter in die Ebene, wo man sich im Anblick der Anden-Ketten von den Strapazen erholen kann.

Kayaking: Wer es noch etwas extremer will kann dies auch haben. Dennoch sollte man Profi sein, um dies zu machen. Je nach Niederschlagsmenge verwandeln sich Bäche in lebensgefährliche, reißende Ströme. Hier erlebt man ganz besonders die verschiedenen klimatischen Veränderungen im Verlauf der Reise.